Was ist ein Minijob? Allgemeine Informationen zum 450-Euro Job

Minijobs sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, die nicht der
Sozialversicherungsabgabenpflicht unterliegen. Die Bezeichnung geringfügige Beschäftigung steht für Jobs, die eine bestimmte Verdienstgrenze oder ein Zeitkontingent innerhalb der Beschäftigung nicht überschreiten. Dabei können Minijobber / 450-Euro Jobber sowohl in gewerblichen Betrieben wie in Privathaushalten angestellt werden. Es gibt zwei Arten von Minijobs. Am bekanntesten ist der 450-Euro Job, bei dem die Bezeichnung bereits Auskunft über den monatlichen Verdienst gibt. Die zweite Möglichkeit ist ein Minijob, der auf eine bestimmte Zeit begrenzt und nicht auf einen festen Verdienst ausgelegt ist.

Minijob = Nebenjob?

 

Durch die niedrige Arbeitszeit und den Verdienst von nicht mehr als 450 Euro ist der Minijob in der Regel eine Nebenbeschäftigung. Minijobs können neben dem regulären Arbeitsverhältnis oder mit Aufstockung durch die ARGE ausgeübt werden. Als Hauptberuf ist ein Minijob eher ungeeignet, sofern der Berufstätige nur einen und nicht mehrere Jobs auf dieser Basis ausübt. Studenten und Azubis, Arbeitsuchende und Schüler nutzen den Minijob als Zuverdienst und üben die Tätigkeit neben der Ausbildung oder dem Studium, als geringfügige Tätigkeit neben dem Bezug von Sozialunterstützung oder zur Aufbesserung des Taschengeldes aus.

 

In welchen Branchen sind Minijobs üblich?

In den meisten Branchen werden Minijobs angeboten. Vor allem im Handel und in der Gastronomie sind geringfügige Beschäftigungen keine Seltenheit. Minijobber können an der Kasse in Supermärkten, in Restaurants und Hotels, in Kaufhäusern, in kleinen Ladengeschäften, in der Produktion und vielen weiteren Bereichen beschäftigt werden. Im Regelfall werden Minijobs ohne die Forderung besonderer Eignungsvoraussetzungen des Bewerbers inseriert. Um die Systematik und den Aufgabenbereich zu verstehen, werden Minijobber im Unternehmen eingearbeitet und mit ihrer Tätigkeit vertraut gemacht. Wer einen Minijob annimmt und auf 450- Euro Basis beschäftigt wird, sollte sich über die Besonderheiten bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen informieren. Viele Minijobber sind in der Reinigung und Haushaltspflege, bei Fahrdiensten und bei Lieferdiensten tätig. Private Anstellungen erfolgen meist im Rahmen haushaltsüblicher Tätigkeiten, während gewerblich angestellte Minijobber praktisch in allen Branchen und Unternehmen geringfügig beschäftigt werden.

Richtlinien bei 450-Euro Jobs

Wie sich bereits aus dem Namen erschließt, liegt der monatliche Bruttolohn bei 450 Euro. In puncto Arbeitsrecht sind Minijobber nicht schlechter gestellt als in Teilzeit oder Vollzeit angestellte Mitarbeiter des Unternehmens. Im Krankheitsfall und im Urlaub erhält der geringfügig Beschäftigte eine Lohnfortzahlung und ist somit gegen den Verdienstausfall abgesichert. Bei einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall greifen die gleichen Regularien der betrieblichen Unfallversicherung, von der auch vollbeschäftigte Mitarbeiter profitieren. Minijobber erhalten den gesetzlichen Mindestlohn, wodurch sich die Stundenanzahl pro Woche / Monat am aktuellen Mindestlohn ausrichtet. Eine Mehrbeschäftigung in Form von Überstunden ist bei Minijobs nicht vorgesehen und wird vom Gesetzgeber unterbunden. Wer in einem 450-Euro Job arbeitet, muss sich um die Abführung der Abgaben nicht eigenständig kümmern. Diese Aufgabe obliegt dem Arbeitgeber, der den Minijobber bei der Rentenversicherung und der betrieblichen Unfallversicherung anmelden muss. Die Aufnahme einer geringfügigen Tätigkeit ist meldepflichtig. Wer Geld von der ARGE bezieht, muss den 450-Euro Job bei der ARGE angeben und mit einer Neuberechnung seiner sozialen Unterstützung rechnen. Da es sich bei Minijobs um teilversicherungspflichtige Tätigkeiten handelt, darf die Meldepflicht weder von Seiten des Arbeitgebers noch des Arbeitnehmers ausgeschlossen werden.

Steuern und Abgaben beim Minijob

Die Beschäftigung auf 450-Euro Basis bezeichnet den Bruttolohn, von dem der Arbeitgeber Beiträge abführt. Die pauschalen Abgaben zur Kranken- und Rentenversicherung, zur Unfallversicherung und für Umlagen sowie Steuern werden größtenteils durch den Arbeitgeber getragen. Vom Bruttolohn werden dem Arbeitnehmer Teilbeträge für die gesetzliche Rentenversicherung abgezogen. In der jährlichen Steuererklärung muss der Minijob erwähnt und anhand der erhaltenen Bezüge eingetragen werden. Eine steuerliche Belastung fällt bei einem Verdienst von 450 Euro nicht an, sofern der Minijobber nicht durch mehrere geringfügige Beschäftigungen über die Grenze der steuerlichen Verpflichtung gelangt. Die Abgaben für Minijobber werden zu 31,2 Prozent vom Arbeitgeber und nur zu 3,6 Prozent vom Arbeitnehmer getragen. Wer bei einem gewerblichen Arbeitgeber tätig ist, wird auch beim Minijob beim Finanzamt gemeldet. Minijobber in Privathaushalten sind ebenso wie deren Arbeitgeber steuerlich besser gestellt als in gewerblicher Anstellung. Du suchst einen Job auf 450-Euro Basis? Klick hier

Foto:©Drobot Dean - stock.adobe.com