Erfahrung sammeln in der Arbeitswelt: Praktika für Studenten

An den Hochschulen geht es in der Regel um die trockene Theorie. Bestimmte Aspekte werden in analytischer Form durchleuchtet und intellektuell aufbereitet. Die praktischen Aspekte des Gelernten spielen dabei regelmäßig eine untergeordnete Rolle. Daher sind gerade für Studierende Praktika in der Arbeitswelt besonders wichtig, um innerhalb des Studiums den richtigen Fokus auf Inhalte mit späterer beruflicher Relevanz zu richten. Echte Erfahrung lässt sich ausschließlich in der Praxis sammeln.

 Verschiedene Arten von Praktika

Praktikum ist nicht gleich Praktikum. Praktika variieren etwa in Sachen Länge zum Teil erheblich. Die Bandbreite reicht von Kurzpraktika von einer Woche oder weniger bis zu ganzjährigen Praktika. Dabei ergeben sich Unterschiede sowohl im Hinblick auf einzelne Branchen wie auch in Bezug auf verschiedene Studienfächer. Nicht zuletzt schreibt eine große Zahl von Studiengängen Praktika für Studenten zwingend vor. Ohne den Nachweis der Absolvierung der festgelegten Praktika kann in solchen Fällen keine Anmeldung zur Abschlussprüfung erfolgen. Ein Beispiel hierfür ist das Jurastudium. Für die Zulassung zum Ersten Staatsexamen ist zwingend je ein Praktikum bei Gericht, in der Verwaltung sowie bei einem Rechtsanwalt vorgeschrieben, die jeweils eine Länge von einem Monat haben. Gerade in Bezug auf diese Art von Pflichtpraktikum ist es wichtig, sich rechtzeitig um einen Platz zu kümmern, um nicht später im Rahmen der Vorbereitung zur Prüfung die Zeit in der Praxis nachholen zu müssen.

 

 

Wichtig für den Lebenslauf

Unabhängig davon, ob es sich um ein freiwilliges oder verpflichtendes Praktikum handelt, kommt es vor allem darauf an, wo und wie das Praktikum verbracht wird. Im Lebenslauf sind gerade Praktika später von besonderer Bedeutung für potentielle Arbeitgeber. je interessanter sich der Name des Unternehmens und der Inhalt des Praktikums lesen, desto mehr Pluspunkte werden bei den Entscheidern gesammelt. Entsprechend mehr Eindruck macht regelmäßig ein Praktikum bei einem großen und namhaften Konzern. Dies gilt erst recht dann, wenn nach dem Studium ein Wechsel ins Ausland geplant sein sollte. Dann sind große Namen erst recht hilfreich, weil nur bei diesen die Chance einer gewissen Bekanntheit in anderen Ländern besteht. Noch besser ist es in einem solchen Fall, die Praktika von Anfang an im Ausland zu absolvieren. Praxistaugliche Sprachkenntnisse gelten dann als so gut wie nachgewiesen. Außerdem wird das Interesse an internationaler Berufserfahrung deutlich unterstrichen.

Bezahlt oder unbezahlt?

Eine wichtige Frage rund um das Praktikum ist: Bezahlt oder unbezahlt? Gerade im Bereich der Pflichtpraktika bildet eine Entlohnung oft die Ausnahme, weil die Zahl der Stellen regelmäßig begrenzt ist und der Lerninhalt klar im Vordergrund steht. Anders sieht es bei Praktika aus, bei denen auf längerfristiger Basis eine echte Einbindung in den Arbeitsalltag erfolgt. Da aber auch hier der Aspekt Ausbildung im Vordergrund steht, sind den Verdienstmöglichkeiten klare Grenzen gesetzt. Denn aufgrund des Ausbildungscharakters eines Praktikums unterliegt dieses normalerweise nicht dem gesetzlichen Anspruch auf Mindestlohn. Ein solcher Anspruch besteht nur dann, wenn das Praktikum mehr als drei Monate dauert und es sich nicht um ein Pflichtpraktikum handelt. Generell ausgeschlossen ist der Mindestlohn für Praktikanten unter 18 Jahren, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung absolviert haben. Vor allem hängt die Höhe der möglichen Bezüge aber von Größe und Erfolg des Unternehmens und dem generellen Lohnniveau der jeweiligen Branche ab. Du bist auf der Suche nach einem passenden Praktikum? Klick hier

Foto: ©georgerudy - stock.adobe.com